Da ich schon seit längerer Zeit einen Stand-PC mit Windows XP und Vista sowie ein Notebook mit XP und Ubuntu nutze, wollte ich mal testen wie sich die Betriebssysteme alle zusammen auf einem Rechner so machen.
Es sollten also Windows XP, Vista und Ubuntu parallel als Triple-Boot System aufgesetzt werden.
Hier meine Anleitung, falls jemand ebenfalls plant so ein System zu bauen.
Erstmal warum will man einen Rechner mit 3 Betriebssystemen haben?
Nun, ich bin Netzwerkadministrator in einem Studentenwohnheim mit 80 Bewohnern, es hat sich daher automatisch ergeben dass ich mit Vista in Kontakt komme, weil die meisten Rechner damit vorinstalliert sind. XP ist zwar immer noch am verbreitetsten, aber Vista ist heutzutage der Standard auf neuen Geräten und ich muss es bedienen können. Ubuntu erfüllt die meisten meiner Linux-Grundbedürfnisse.
Ein Dual-Bootsystem aufzusetzen ist sehr einfach. XP / Vista, XP / Linux (Ubuntu,…) oder Vista / Linux (Ubuntu,…) sind recht weit verbreitet, meistens nutzt man halt Linux zum Arbeiten, surfen oder den Alltag und Windows für Spiele.
Das Triple-Bootsystem ist also eher ein Experiment, denn eine wirklich wichtige Arbeitsstation. Solltest du also überlegen dir so ein System zu installieren, dann stelle erst fest was am geeignetsten für dich ist.
Zum Testen, herumspielen und Spass haben ist es allemal lustig.
Okay, los gehts!
Man braucht:
Darüber hinaus sind folgende Dinge empfehlenswert:
Da der Bootloader von Vista teils Probleme mit dem von XP hat, sollte man unbedingt zuerst XP installieren, dann Vista, dann Linux.
Auf diese Weise startet zuerst der Bootloader von Linux. Dort kann man dann auswählen ob man direkt Linux oder den Bootloader von Windows starten möchte. Entscheidet man sich für letzteres, dann kann man zwischen XP und Vista wählen.
Keine Panik! Man kann die Bootloader so konfiguieren dass das beliebteste Betriebssystem automatisch gestartet wird. Will man z.b. XP standardmässig starten, so ist das kein Problem. Mehr dazu im Einrichtungsteil.
Je nachdem mit welchem Betriebssystem man standardmässig arbeitet, sollte man die Festplatte vorbereiten. Ich nutze hauptsächlich XP. Eine 500GB Festplatte würde ich folgendermassen partitionieren:
50 GB für Linux, 50-100 GB für Vista und der Rest für XP.
Wie gross die Partitionen werden hängt sehr stark von den eigenen Vorlieben ab, allerdings sollte beachtet werden dass XP bis zu 2 GB rein für die Installation benötigt, Vista sogar 10 GB und das standardmässig!
Für XP und Vista sollte man die Partitionen als NTFS festlegen, für Linux wird dann ext3 oder ähnliches benötigt. Eine kleine externe Partition für die SWAP-Datei anzulegen ist ggf. auch nicht falsch, kann aber direkt bei der Installation von Ubuntu vorgenommen werden.
Da ich nur eine Windows XP-CD ohne SP hatte, habe ich die Installation ohne Internetverbindung vorgenommen. Auf der externen Festplatte hatte ich SP 2 und 3 liegen (1 benötigte ich nicht, da 2 auch alle Updates von 1 enthielt) und konnte es direkt einspielen.
Nach knapp 50 Minuten war alles eingerichtet und alle Updates eingespielt. Jetzt konnte man sich überlegen ob man erst alle Programme für XP installiert (Winamp, VLC, Adobe Reader, OpenOffice … was man halt so braucht), oder erst die anderen Betriebssysteme.
Ich selbst hatte vergessen genug Festplattenspeicher für Vista zu partitionieren und dachte ich könnte das mit GParted im Nachhinein ändern. Ging aber nicht, ergo musste ich das komplette System formatieren und neumachen.
Ich empfehle daher erst XP einzurichten und dann Vista zu installieren.
Jetzt installiert man also Vista, was bei mir ohne Zwischenfälle abging. Updates einspielen und erneut die Programme installieren die man so benötigt.
Eine direkte, gemeinsame Nutzung der Programme die bereits unter XP installiert wurden ist garnicht oder nur bedingt möglich!
Wenn man möchte kann man bereits jetzt den Bootloader ausprobieren und ggf. mit EasyBCD oder VistaBootPro die Reihenfolge und Dauer des Bootes einstellen.
Jetzt fehlt nur noch Ubuntu, das installieren ist hier ebenfalls recht problemlos. Einfach die LiveCD einlegen und “Installieren” wählen. Wichtig sind hier erneut die Updates, da u.U. auch Grafiktreiber nachgeladen werden. Was man sonst noch benötigt ist erneut Geschmackssache. Ich habe z.b. noch Compiz-Fusion installiert, um noch mehr Grafik nutzen zu können.
Unter Ubuntu benötigt man noch den Startup-Manager, mit welchem die Bootoptionen und Reihenfolge festgelegt werden. Einfach ein Terminal öffnen und eingeben:
sudo apt-get install startupmanager
Mit diesem stellt man dann ein, dass z.b. standardmässig der Windows-Bootloader gestartet werden soll. Sicher, man kann auch textuell die Konfigurationsdateien bearbeiten, aber für den Umsteiger ist das so einfacher.
Im Grunde ist die Installation garnicht so schwer.
Jetzt sollte man noch ein Clonezilla-Image erstellen und auf der externen Festplatte sichern. Fertig.
Wichtig ist vielleicht noch dass es viele Wege nach Rom gibt. Wenn eine Methode nicht funktioniert sollte man ruhig ein bisschen probieren.
Allerdings sollte man wissen was man tut! Handelt man fahrlässig kann man alle seine Daten verlieren!
Ich übernehme keine Haftung für eventuell auftretende Schäden.
Aber lass’ dich davon nicht abschrecken, man lernt sehr viel über seinen Rechner und die verschiedenen Betriebssysteme. ![]()

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